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Während der italienischen Renaissance kam es, im Zusammenhang mit der ausgeprägten Vorliebe der Zeit für Villen an den Rändern der Städte und auf dem Land, zu einer Blüte der Gartenkunst. Zentren dieser Gartenkultur waren Florenz, Rom und Umgebung und das Hinterland der Republik Venedig. Man orientierte sich bis in viele Einzelheiten an der Beschreibung antiker Villen durch Plinius d. J.
Wie bei den antiken Villen, bei denen der Garten integraler Teil der Anlage war, waren auch die Gärten der Renaissance Teil eines Gesamtkonzepts und sollten an einem Hügel liegen, mit dem Ziel, die Landschaft optisch in das Gartenkonzept einzubeziehen. Villa und Garten sollten die Persönlichkeit des Besitzers spiegeln und mehr oder weniger verschlüsselte Mythologien und Rätsel beinhalten.
Als eines der rätselhaftesten, bizarrsten aber auch suggestivsten Beispiele sei hier der Sacro Bosco in Bomarzo angeführt. Literarische Anregungen, Motive aus der etruskischen Grabarchitektur, ägyptische und antike Elemente verbinden sich zu einem phantastischen Ganzen.

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Auch in Nord- und Mitteleuropa kam es bereits um 1500 zu einer nachmittelalterlichen Neuorientierung an antiken Themen. Dies geschah einmal durch den Transfer der italienischen Entwicklung, zum anderen waren es jedoch eigenständige kulturelle Traditionen, die, ausgehend von den regionalen Gegebenheiten, spezifische Formenvokabulare entwickelten.
Beispielhaft sind die Renaissanceschlösser in Frankreich, die Bürger- und Rathäuser in Flandern oder die Bauwerke der deutschen Renaissance. Der Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses ist zweifellos die bedeutendste Leistung der deutschen Frührenaissance wohingegen der Friedrichsbau eines der hervorragendsten Baudenkmäler der reifen Renaissance ist. Nach Umfang, Lage und Schönheit ist die Residenz, trotz der Zerstörungen durch die Franzosen, die großartigste aus jener Zeit in Deutschland.